Was ist eigentlich die Finanzkrise?
City- & Szenenews
17.10.2008
Jeder redet über die Finanzkrise. Aber wie ist sie denn eigentlich entstanden? Und sind tatsächlich gierige Manager daran Schuld? Der Spion erklärt euch die Krise in verständlichen Worten.
Eigenheim für alle
Für viele US-Bürger ist ein Eigenheim Symbol für die Zugehörigkeit zum Mittelstand. Da sich aber die wenigsten Häuser leisten konnten, nahmen viele Hauskäufer Kredite auf. Die Immobilienbanken wiederum vergaben die Kredite gern auch an Menschen, die nur geringe Sicherheiten vorzuweisen hatten. Die Banken legten einfach fest, dass die gekauften Häuser in ihren Besitz übergehen sollten, falls die Kredite nicht bezahlt werden konnten.
Diese Strategie erschien durchaus sinnvoll, stiegen doch die Immobilienpreise aufgrund der hohen Nachfrage immer weiter an. Das gleiche geschah auch mit den Zinsen: Dadurch, dass so viel Geld benötigt wurde, stieg der Preis, den man für geliehenes Geld bezahlen musste, an. Dies galt auch für Geld, dass sich Banken bei anderen Banken geliehen hatten.
Der Beginn der Krise
Im Sommer 2007 begann dann die sogenannte US-Immobilienkrise. Viele der Kreditnehmer konnten ihre Kredite nicht mehr bezahlen, weshalb ihre Banken ihre Häuser pfändeten. Dadurch, dass damit aber die Immobilienpreise sanken, hatten die Banken Verluste. Schließlich waren die Häuser nicht mehr so viel wert, wie bei der Vergabe der Hauskredite berechnet. Gleichzeitig sorgten die steigenden Zinsen dafür, dass nicht mehr so viele Kredite genommen wurden. Die Immobilienbanken verloren also doppelt: einmal, weil die Grundstückspreise sanken, und einmal, weil sie nicht mehr so viel Kredite „verkaufen" konnten.
Die Krise weitet sich aus
Betroffen waren aber nicht allein die Immobilienbanken. Sie hatten die Hauskredite als Wertpapiere an sogenannte Investmentbanken verkauft, das heißt, die Investmentbanken kauften die Kredite wie Aktien. Da vor dem Sommer 2007 alles so aussah, als wenn die Immobilienpreise weiter steigen und die Hauskredite immer weiter von den privaten Kreditnehmern in Anspruch genommen werden würden, waren diese Wertpapiere vor der Krise äußerst vielversprechend.
Nach Beginn der Krise weiteten sich die Pleiten der Immobilienbanken auf die Banken aus, denen sie die Kredite als Wertpapiere verkauft hatten. So musste unter anderem die große Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 Teilinsolvenz anmelden.
Zuspitzung und Bekämpfung
Dieses Ereignis wird von vielen Experten als Ausgangspunkt der dramatischen Zuspitzung der Krise gesehen. Die Pleite von Lehman Brothers führte nämlich dazu, dass viele Groß- und Kleinanleger (erst in den USA, dann in der restlichen Welt) das Vertrauen in die Banken verloren und ihre Anlagen einlösen wollten. Deshalb stand den Banken immer weniger Geld zur Verfügung, das sie auszahlen könnten. Dieser Umstand widerum verschärfte die Panik der Anleger, die Geld haben wollten, dass die Banken ihnen nicht zahlen konnten. Um diesen Teufelskreis aufzuhalten, versprachen viele Staaten (unter anderem auch die USA und Deutschland) den Anleger, ihre Anlagen mit dem Staatsvermögen zu sichern. Dieser Schritt soll zu einer Eindämmung des Misstrauens gegenüber den Banken führen und ihnen damit genug Freiraum schaffen, um weiter arbeiten zu können.
(KS)
Jeder redet über die Finanzkrise. Aber wie ist sie denn eigentlich entstanden? Und sind tatsächlich gierige Manager daran Schuld? Der Spion erklärt euch die Krise in verständlichen Worten.
Eigenheim für alle
Für viele US-Bürger ist ein Eigenheim Symbol für die Zugehörigkeit zum Mittelstand. Da sich aber die wenigsten Häuser leisten konnten, nahmen viele Hauskäufer Kredite auf. Die Immobilienbanken wiederum vergaben die Kredite gern auch an Menschen, die nur geringe Sicherheiten vorzuweisen hatten. Die Banken legten einfach fest, dass die gekauften Häuser in ihren Besitz übergehen sollten, falls die Kredite nicht bezahlt werden konnten.
Diese Strategie erschien durchaus sinnvoll, stiegen doch die Immobilienpreise aufgrund der hohen Nachfrage immer weiter an. Das gleiche geschah auch mit den Zinsen: Dadurch, dass so viel Geld benötigt wurde, stieg der Preis, den man für geliehenes Geld bezahlen musste, an. Dies galt auch für Geld, dass sich Banken bei anderen Banken geliehen hatten.
Der Beginn der Krise
Im Sommer 2007 begann dann die sogenannte US-Immobilienkrise. Viele der Kreditnehmer konnten ihre Kredite nicht mehr bezahlen, weshalb ihre Banken ihre Häuser pfändeten. Dadurch, dass damit aber die Immobilienpreise sanken, hatten die Banken Verluste. Schließlich waren die Häuser nicht mehr so viel wert, wie bei der Vergabe der Hauskredite berechnet. Gleichzeitig sorgten die steigenden Zinsen dafür, dass nicht mehr so viele Kredite genommen wurden. Die Immobilienbanken verloren also doppelt: einmal, weil die Grundstückspreise sanken, und einmal, weil sie nicht mehr so viel Kredite „verkaufen" konnten.
Die Krise weitet sich aus
Betroffen waren aber nicht allein die Immobilienbanken. Sie hatten die Hauskredite als Wertpapiere an sogenannte Investmentbanken verkauft, das heißt, die Investmentbanken kauften die Kredite wie Aktien. Da vor dem Sommer 2007 alles so aussah, als wenn die Immobilienpreise weiter steigen und die Hauskredite immer weiter von den privaten Kreditnehmern in Anspruch genommen werden würden, waren diese Wertpapiere vor der Krise äußerst vielversprechend.
Nach Beginn der Krise weiteten sich die Pleiten der Immobilienbanken auf die Banken aus, denen sie die Kredite als Wertpapiere verkauft hatten. So musste unter anderem die große Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 Teilinsolvenz anmelden.
Zuspitzung und Bekämpfung
Dieses Ereignis wird von vielen Experten als Ausgangspunkt der dramatischen Zuspitzung der Krise gesehen. Die Pleite von Lehman Brothers führte nämlich dazu, dass viele Groß- und Kleinanleger (erst in den USA, dann in der restlichen Welt) das Vertrauen in die Banken verloren und ihre Anlagen einlösen wollten. Deshalb stand den Banken immer weniger Geld zur Verfügung, das sie auszahlen könnten. Dieser Umstand widerum verschärfte die Panik der Anleger, die Geld haben wollten, dass die Banken ihnen nicht zahlen konnten. Um diesen Teufelskreis aufzuhalten, versprachen viele Staaten (unter anderem auch die USA und Deutschland) den Anleger, ihre Anlagen mit dem Staatsvermögen zu sichern. Dieser Schritt soll zu einer Eindämmung des Misstrauens gegenüber den Banken führen und ihnen damit genug Freiraum schaffen, um weiter arbeiten zu können.
(KS)
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