Unternehmerverband fordert Urlaubskürzung
City- & Szenenews
21.08.2010
Die Deutschen haben zu viel Urlaub - zumindest wenn es nach dem Unternehmerverband der mittelständischen Wirtschaft geht, die fordert, sechs Wochen freie Zeit auf vier Wochen zu reduzieren.
"Sechs Wochen sind zuviel, vier Wochen reichen völlig aus." Das ist die Forderung von Ursula Frerichs, der Chefin des Unternehmerverbandes mittelständische Wirtschaft (UMW). "Wir sind das Land mit der meisten Freizeit. Es gibt Urlaubstage, Feiertage, Krankheitstage und auch Tage für Mutter-Kind-Kuren."
Dem schließt sich das IW, das Institut der Deutschen Wirtschaft, an: "Von 365 Tagen sind die Arbeitnehmer durchschnittlich nur 212 Tage in ihrem Betrieb", kritisiert Geschäftsführer Hans Peter Köls. Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft fordert, den Urlaubsanspruch zu reduzieren - allerdings lediglich auf fünf Wochen. "Der Mittelstand hat jetzt wieder volle Auftragsbücher, da wird jeder gebraucht", erläutert Präsident Mario Ohoven gegenüber der Bild. Frerichs ist sich sicher: "Mit unserer Forderung können wir dem Aufschwung entgegen arbeiten!"
Ganz im Gegenteil, denkt Claus Matecki, Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, für den diese Forderung eher einem Schlag ins Gesicht gleichkommt: "Die gesetzliche Regelung von vier Wochen Urlaubsanspruch pro Jahr haben die Arbeitnehmer in den zurückliegenden Jahrzehnten auf mittlerweile sechs Wochen teilweise in langen Tarifauseinandersetzungen erkämpft."
Besonders zu bedenken seien auch die Auswirkungen auf den Tourismus, wo eine derartige Regelung schwerwiegende Umsatzrückgänge in der deutschen Tourismuswirtschaft nach sich ziehen würde. "Eine Kürzung des Urlaubsanspruchs von Arbeitnehmern wäre wirtschaftlich kontraproduktiv", erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marlene Mortler.
"Deutschland ist Urlaubs-Europameister!"
24 Tage sind es also, die von den Verbänden mittelständischer Wirtschaft für ausreichend befunden und nun eingefordert werden - dabei beträgt der gesetzliche Anspruch auf Urlaub in Deutschland bereits 24 Werktage, Samstage eingeschlossen. Arbeitnehmern, die fünf Tage in der Woche arbeiten, werden 20 Tage Urlaubsanspruch gewährt.
Wie die Welt aber berichtet, hat der deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich 40,5 Tage frei, wovon 30 Tage Urlaubstage sind. Das ist den Gewerkschaften zu verdanken, die entsprechende Tarifverträge mit den Arbeitgebern aushandeln. Damit ist Deutschland "Urlaubs-Europameister", begründet Ohoven gegenüber der Bild seine Forderung: Im Vergleich zu anderen Ländern hätten deutsche Arbeitnehmer noch doppelt so viele freie Tage.
"Ein Klischee"
Für dieses Argument hat Martin Lindner, Bundestagsabgeordneter der FDP, nur Kopfschütteln übrig - schließlich sei das nichts als "ein Klischee". In der Tat ist es aufgrund verschiedener regionaler und nationaler Feiertage schwer, einen Vergleich zu anderen Ländern zu ziehen. Fest steht laut dem Tagesspiegel nur, dass die Urlaubstage der Deutschen dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zufolge in den vergangenen 30 Jahren deutlich zugenommen haben, lagen diese im Jahr 1970 noch bei 20 Tagen.
Eine Diskussion, für die man sich in Kreisen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht zuständig fühlt. Michael Fuchs, Vorsitzender und Bundestagsabgeordneter: "Im Bundesurlaubsgesetz ist der Mindesturlaub definiert. Alles andere ist Sache der Tarifparteien. Wenn Verbände der Meinung sind, der Urlaub müsse kürzer werden, müssen sie das mit den Tarifparteien verhandeln. Viel Spaß!"
(nm)
Die Deutschen haben zu viel Urlaub - zumindest wenn es nach dem Unternehmerverband der mittelständischen Wirtschaft geht, die fordert, sechs Wochen freie Zeit auf vier Wochen zu reduzieren.
"Sechs Wochen sind zuviel, vier Wochen reichen völlig aus." Das ist die Forderung von Ursula Frerichs, der Chefin des Unternehmerverbandes mittelständische Wirtschaft (UMW). "Wir sind das Land mit der meisten Freizeit. Es gibt Urlaubstage, Feiertage, Krankheitstage und auch Tage für Mutter-Kind-Kuren."
Dem schließt sich das IW, das Institut der Deutschen Wirtschaft, an: "Von 365 Tagen sind die Arbeitnehmer durchschnittlich nur 212 Tage in ihrem Betrieb", kritisiert Geschäftsführer Hans Peter Köls. Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft fordert, den Urlaubsanspruch zu reduzieren - allerdings lediglich auf fünf Wochen. "Der Mittelstand hat jetzt wieder volle Auftragsbücher, da wird jeder gebraucht", erläutert Präsident Mario Ohoven gegenüber der Bild. Frerichs ist sich sicher: "Mit unserer Forderung können wir dem Aufschwung entgegen arbeiten!"
Ganz im Gegenteil, denkt Claus Matecki, Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, für den diese Forderung eher einem Schlag ins Gesicht gleichkommt: "Die gesetzliche Regelung von vier Wochen Urlaubsanspruch pro Jahr haben die Arbeitnehmer in den zurückliegenden Jahrzehnten auf mittlerweile sechs Wochen teilweise in langen Tarifauseinandersetzungen erkämpft."
Besonders zu bedenken seien auch die Auswirkungen auf den Tourismus, wo eine derartige Regelung schwerwiegende Umsatzrückgänge in der deutschen Tourismuswirtschaft nach sich ziehen würde. "Eine Kürzung des Urlaubsanspruchs von Arbeitnehmern wäre wirtschaftlich kontraproduktiv", erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marlene Mortler.
"Deutschland ist Urlaubs-Europameister!"
24 Tage sind es also, die von den Verbänden mittelständischer Wirtschaft für ausreichend befunden und nun eingefordert werden - dabei beträgt der gesetzliche Anspruch auf Urlaub in Deutschland bereits 24 Werktage, Samstage eingeschlossen. Arbeitnehmern, die fünf Tage in der Woche arbeiten, werden 20 Tage Urlaubsanspruch gewährt.
Wie die Welt aber berichtet, hat der deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich 40,5 Tage frei, wovon 30 Tage Urlaubstage sind. Das ist den Gewerkschaften zu verdanken, die entsprechende Tarifverträge mit den Arbeitgebern aushandeln. Damit ist Deutschland "Urlaubs-Europameister", begründet Ohoven gegenüber der Bild seine Forderung: Im Vergleich zu anderen Ländern hätten deutsche Arbeitnehmer noch doppelt so viele freie Tage.
"Ein Klischee"
Für dieses Argument hat Martin Lindner, Bundestagsabgeordneter der FDP, nur Kopfschütteln übrig - schließlich sei das nichts als "ein Klischee". In der Tat ist es aufgrund verschiedener regionaler und nationaler Feiertage schwer, einen Vergleich zu anderen Ländern zu ziehen. Fest steht laut dem Tagesspiegel nur, dass die Urlaubstage der Deutschen dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zufolge in den vergangenen 30 Jahren deutlich zugenommen haben, lagen diese im Jahr 1970 noch bei 20 Tagen.
Eine Diskussion, für die man sich in Kreisen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht zuständig fühlt. Michael Fuchs, Vorsitzender und Bundestagsabgeordneter: "Im Bundesurlaubsgesetz ist der Mindesturlaub definiert. Alles andere ist Sache der Tarifparteien. Wenn Verbände der Meinung sind, der Urlaub müsse kürzer werden, müssen sie das mit den Tarifparteien verhandeln. Viel Spaß!"
(nm)
das war mir klar. dann sollen sie einfach jemanden mehr einstellen und gut ist die sache. was soll das nun wieder was die da sagen?
immer das selbe. die meisten arbeitnehmer nehmen schon den urlaub so wie er diktiert wird und nicht wann sie ihn brauchen.
ich kann da nur mit dem kopf schütteln. man leute wann begreift ihr endlich das sich die angestellten dann für euch ins zeug legen wenn sie merken das sie wirklich was wert sind in euren firmen???? und nicht nur billige arbeitskräfte die angst um ihren job haben.
immer das selbe. die meisten arbeitnehmer nehmen schon den urlaub so wie er diktiert wird und nicht wann sie ihn brauchen.
ich kann da nur mit dem kopf schütteln. man leute wann begreift ihr endlich das sich die angestellten dann für euch ins zeug legen wenn sie merken das sie wirklich was wert sind in euren firmen???? und nicht nur billige arbeitskräfte die angst um ihren job haben.

21.08.2010 14:08
Gast
Dieses Gejammere hat wirklich höchstes Niveau 
Ich halte Australien nicht gerade für ein unterdrücktes Hinterwädlerland, welches noch im Frühkapitalismus haust.
Dort bekommt der AN 10 Tage bezahlten Urlaub. Er kann, wenn er denn möchte unbezahlt weitere Tage / Wochen / Monate frei machen.
Gute Idee.
Ich weiß, für einen Arbeitnehmer ist es immer verdammt schwer, darüber nachzudenken, was in der Firma so alle sbezahlt werden muß, aber bei 5 Wochen Urlaub bezahlt Euch der AG einen Monat voll für Nichtstun. Dazu evtl. noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Dann macht Euch doch selbsständig !!! Freie Zeiteinteilung, Urlaub solange ihr wollt und kein Chef, der Euch was vorschreibt ...
Ach ... da fehlt es dann an Ideen, Kreativität, Marktkenntnis, Selbstdisziplin, Startkapital, geistigem und technischem Knowhow, qualifizierten Mitarbeitern und womöglich noch an der fehlenden Zeit ???

Ich halte Australien nicht gerade für ein unterdrücktes Hinterwädlerland, welches noch im Frühkapitalismus haust.
Dort bekommt der AN 10 Tage bezahlten Urlaub. Er kann, wenn er denn möchte unbezahlt weitere Tage / Wochen / Monate frei machen.
Gute Idee.
Ich weiß, für einen Arbeitnehmer ist es immer verdammt schwer, darüber nachzudenken, was in der Firma so alle sbezahlt werden muß, aber bei 5 Wochen Urlaub bezahlt Euch der AG einen Monat voll für Nichtstun. Dazu evtl. noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Dann macht Euch doch selbsständig !!! Freie Zeiteinteilung, Urlaub solange ihr wollt und kein Chef, der Euch was vorschreibt ...
Ach ... da fehlt es dann an Ideen, Kreativität, Marktkenntnis, Selbstdisziplin, Startkapital, geistigem und technischem Knowhow, qualifizierten Mitarbeitern und womöglich noch an der fehlenden Zeit ???

21.08.2010 14:50
Gast
Schwachsin Skip ... ich arbeite im öffentl. Dienst und habe 26 Tage Urlaub im Jahr ... erst nachdenken, evtl. nachschlagen und dann deinen geistigen Dünnschiss abgeben.
@ skip, du hast natürlich wieder DIE Idee. Weist du, ich bin auch Selbständig, finde es aber mittlerweile unter aller Sau was sich die meisten Arbeitgeber rausnehmen mit Ihren Erpressungsmethoden.
Wer kennt den Spruch nicht: Ja, du musst es nicht machen, du musst nicht laufend länger arbeiten, es warten genügend andere auf deinen Job.
Weist du, zurückgelehnt ne große Klappe haben, das ist einfach für den der alles geschafft hat und so weiter. Ich finde das einfach von oben herab.
Wer kennt den Spruch nicht: Ja, du musst es nicht machen, du musst nicht laufend länger arbeiten, es warten genügend andere auf deinen Job.
Weist du, zurückgelehnt ne große Klappe haben, das ist einfach für den der alles geschafft hat und so weiter. Ich finde das einfach von oben herab.
Dieser Ländervergleich ist in meinen Augen nicht gerecht, da der deutsche Arbeitnehmer im Mittel von 7 Uhr bis 16.30 arbeitet. Sieht man hingegen südliche Länder, wo eine Mittagspause von 12-15Uhr eingelegt wird, wird für mich doch deutlich, dass die Belastung in Deutschland eine höhere ist.
Diese Disskusion hat in meinen Augen nur eine Bewandnis. Es sollen weitere Arbeitnehmer entlassen werden und die verbliebenen die Arbeit dieser Übernehmen. Ein Hoch auf die Effektivitätssteigerung und damit auf die Unmenschlichkeit!
Ein Hoch auf die Politiker und die Gewerkschaften, echt Klasse das es euch gibt.
Diese Disskusion hat in meinen Augen nur eine Bewandnis. Es sollen weitere Arbeitnehmer entlassen werden und die verbliebenen die Arbeit dieser Übernehmen. Ein Hoch auf die Effektivitätssteigerung und damit auf die Unmenschlichkeit!
Ein Hoch auf die Politiker und die Gewerkschaften, echt Klasse das es euch gibt.
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