Kostenpflichtige Online-Angebote: Würdest Du zahlen?
City- & Szenenews
08.08.2009
Sinkende Auflagen und ausbleibende Werbeeinahmen zwingen die Medien zum Umdenken. Viele Zeitschriften planen, ihre Angebote in Zukunft nur noch gegen Gebühren im Internet zur Verfügung zu stellen. Würdest Du für die Artikel der großen Nachrichtenseiten zahlen?
Medienmogul Rupert Murdoch hat die Krise hart getroffen. Nach Angaben von Welt.de musste sein Konzern News Corp. - eines der größten Medienunternehmen der Welt - im vergangenen Quartal einen Verlust von 203 Millionen Dollar einstecken. Für Murdoch war klar, dass nur eine grundlegende Veränderung den Niedergang seines Unternehmens aufhalten kann: Er beschloss, die Artikel aller Internetseiten seines Konzerns nur noch gegen Bares verfügbar zu machen. Betroffen sind unter anderem die Onlineseiten der Medien "The Sun", "The Times", "The Sunday Times", "Fox News" und "Sky News".
Welt.de zufolge planen viele weitere berühmte Zeitungen, der "Kostenlos-Kultur" Einhalt zu gebieten. So wollen auch die "New York Times", die "Financial Times", das "Wallstreet Journal" und "Le Figaro" künftig Bezahlmodelle für ihre Onlineangebote einführen.
Kostenloses Angebot gewöhnt
Die britische Financial Times arbeite schon jetzt mit einem abgestuften Abo-Modell. Lionel Barber, Chefredakteur der britischen FT, ist sich seiner Sache sicher. Laut seiner persönlichen Prognose werden sich in den nächsten zwölf Monaten fast alle Anbieter dazu entschließen, Gebühren für ihre Inhalte zu nehmen. Bezüglich seiner eigenen Online-Ausgabe macht Barber damit schon jetzt gute Erfahrungen. Zwei Artikel dürfen alle User umsonst lesen. Für eine kostenlose Registrierung wird die Anzahl der Artikel auf zehn im Monat erhöht. Wer allerdings uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten wolle, müsse 3, 49 Euro pro Woche zahlen. 117.000 Leser haben sich bislang den Gebühren gebeugt.
Eine gute Bilanz, angesichts der Tatsache, dass Internetseiten viele ihrer Leser wahrscheinlich an alternative Gratisangebote verlieren, was wiederum einen negativen Einfluss auf die Anzeigenerlöse zur Folge hat. Außerdem ist fraglich, ob sich die Erwartungshaltung von Internet-Usern ändern wird, schließlich sind sie kostenlose Angebote gewöhnt. Das belegt auch die Umfrage, die Welt.de zum Thema geschaltet hat: 85 Prozent der bislang fast 1000 Befragten gaben an, auf keinen Fall für Internetseiten Gebühren zahlen zu wollen.
"Paid Content"- bald auch auf deutschen Internetseiten?
Nach dem Vorstoß einiger der größten Onlinemedien der Welt ziehen auch deutsche Internetseiten Bezahlmodelle in Erwägung. Matthias Döpfner, Vorstandschef von Axel Springer, sieht dafür gute Chancen. Gegenüber Welt.de sagte er, die "Kostenlos-Kultur" müsse Schritt für Schritt zurückgedrängt worden.
Was hältst Du von Bezahlmodellen für Online-Angebote? Sag uns Deine Meinung in unserer aktuellen Umfrage!
(sh)
Sinkende Auflagen und ausbleibende Werbeeinahmen zwingen die Medien zum Umdenken. Viele Zeitschriften planen, ihre Angebote in Zukunft nur noch gegen Gebühren im Internet zur Verfügung zu stellen. Würdest Du für die Artikel der großen Nachrichtenseiten zahlen?
Medienmogul Rupert Murdoch hat die Krise hart getroffen. Nach Angaben von Welt.de musste sein Konzern News Corp. - eines der größten Medienunternehmen der Welt - im vergangenen Quartal einen Verlust von 203 Millionen Dollar einstecken. Für Murdoch war klar, dass nur eine grundlegende Veränderung den Niedergang seines Unternehmens aufhalten kann: Er beschloss, die Artikel aller Internetseiten seines Konzerns nur noch gegen Bares verfügbar zu machen. Betroffen sind unter anderem die Onlineseiten der Medien "The Sun", "The Times", "The Sunday Times", "Fox News" und "Sky News".
Welt.de zufolge planen viele weitere berühmte Zeitungen, der "Kostenlos-Kultur" Einhalt zu gebieten. So wollen auch die "New York Times", die "Financial Times", das "Wallstreet Journal" und "Le Figaro" künftig Bezahlmodelle für ihre Onlineangebote einführen.
Kostenloses Angebot gewöhnt
Die britische Financial Times arbeite schon jetzt mit einem abgestuften Abo-Modell. Lionel Barber, Chefredakteur der britischen FT, ist sich seiner Sache sicher. Laut seiner persönlichen Prognose werden sich in den nächsten zwölf Monaten fast alle Anbieter dazu entschließen, Gebühren für ihre Inhalte zu nehmen. Bezüglich seiner eigenen Online-Ausgabe macht Barber damit schon jetzt gute Erfahrungen. Zwei Artikel dürfen alle User umsonst lesen. Für eine kostenlose Registrierung wird die Anzahl der Artikel auf zehn im Monat erhöht. Wer allerdings uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten wolle, müsse 3, 49 Euro pro Woche zahlen. 117.000 Leser haben sich bislang den Gebühren gebeugt.
Eine gute Bilanz, angesichts der Tatsache, dass Internetseiten viele ihrer Leser wahrscheinlich an alternative Gratisangebote verlieren, was wiederum einen negativen Einfluss auf die Anzeigenerlöse zur Folge hat. Außerdem ist fraglich, ob sich die Erwartungshaltung von Internet-Usern ändern wird, schließlich sind sie kostenlose Angebote gewöhnt. Das belegt auch die Umfrage, die Welt.de zum Thema geschaltet hat: 85 Prozent der bislang fast 1000 Befragten gaben an, auf keinen Fall für Internetseiten Gebühren zahlen zu wollen.
"Paid Content"- bald auch auf deutschen Internetseiten?
Nach dem Vorstoß einiger der größten Onlinemedien der Welt ziehen auch deutsche Internetseiten Bezahlmodelle in Erwägung. Matthias Döpfner, Vorstandschef von Axel Springer, sieht dafür gute Chancen. Gegenüber Welt.de sagte er, die "Kostenlos-Kultur" müsse Schritt für Schritt zurückgedrängt worden.
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(sh)
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