Flüssiges Salz aus dem Labor

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Sieht aus wie Wasser: Alexander Wulf mit flüssigem Salz
17.05.2010

Rostocker Forscher vom Chemischen Institut der Universität haben Salz in einen flüssigen Aggregatzustand versetzt. Das Projekt stellten die Wissenschaftler sogar in Australien vor - und ernteten international viel Anerkennung.

Für sein Projekt war er im Juni vergangenen Jahres schon in Australien, doch jetzt steht er wieder in seinem Labor in Rostock: Alexander Wulf forscht mit seinen Kollegen vom Chemischen Institut der Universität an ionischen, also geladenen, Flüssigkeiten. Konkret haben die Rostocker Salz bei Raumtemperatur in einen flüssigen Zustand versetzt. Die Ergebnisse hat das Forscherteam im australischen Cairns mehr als 400 internationalen Wissenschaftlern vorgestellt. Und die staunten nicht schlecht: Auf einem Poster zeigte Wulf, dass die Struktur so genannter protisch-ionischer Flüssigkeiten Ähnlichkeiten mit der von Wasser-Molekülen hat.

Ionische Flüssigkeiten als Schmiermittel

Das macht sich vor allem in der Anwendung gut. Ionische Flüssigkeiten können zum Beispiel als Schmiermittel verwendet werden. In Kälteregionen Russlands streikt Öl wegen der geringen Temperaturen. Hier kommen ionische Flüssigkeiten bereits heute zum Einsatz. Darüber hinaus eignen sie sich für eine leichtere Herstellung von Arzneimitteln. »Es sind nicht mehr so viele umweltschädliche Prozesse zur Herstellung notwendig", erklärt Professor Ralf Ludwig, Direktor des Chemischen Instituts. Seine Arbeit besteht aus der Untersuchung ionischer Flüssigkeiten. Dadurch erlangen die Wissenschaftler Kenntnisse über die Eigenschaften der Flüssigkeiten und der dazugehörigen Struktur.

Die fünftägige Konferenz in Australien im vergangen Jahr ist die dritte dieser Art. Alle zwei Jahre ist eine geplant. Nach dem australischen Cairns folgt 2011 Washington D. C. »Dort werde ich jedoch nicht mit dabei sein, weil ich hoffe, bis dahin meine Doktorarbeit beendet zu haben", sagt Wulf.

Auszeichnung für Darstellung der Struktur

»Ich bin schon das zweite Mal mit dabei", so der Chemie-Doktorand. Auf der Konferenz in Down Under wurden 300 wissenschaftliche Poster vorgestellt, von denen fünf in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet worden sind. Der Rostocker Chemie-Profi hat einen Preis für seine Darstellung der Struktur protisch-ionischer Flüssigkeiten bekommen. »Die Auszeichnung wurde in Form einer Urkunde überreicht", sagt der Preisträger.

Urlaub in Down Under angehängt

Nach der Konferenz nutzte der 29-Jährige den Aufenthalt am anderen Ende der Welt. »Ich habe gleich meinen Urlaub angehängt und mir Australien angesehen", erzählt der Chemiker. Dazu ist er von der tropischen Stadt Cairns in den Süden nach Sydney gereist. »Wenn man schon so eine lange Strecke zurückgelegt hat, muss man das gleich nutzen", so Wulf mit einem Lächeln.

Von Matthias Bannert und Josefine Rosse

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Kommentar insgesamt

Digger91
18.05.2010 15:02
reg. Mitglied
ja das ist schon fett...
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