Eine Studie ohne Ergebnis
City- & Szenenews
17.05.2010
Zehn Jahre hatte man geforscht. Nun, wo das Ergebnis feststeht, fragt man sich: Warum eigentlich? Wie eine neue Studie verlauten lässt, stellen Handys kein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen dar - wenn man der Studie glauben darf. Doch das stellt selbst die Forschungsleiterin in Frage.
Die große Interphone-Studie untersuchte Handys im Bezug auf ihr Strahlenrisiko.
Zahllose Handy-Firmen und jene, die Handys für gesundheitsgefährdend halten, hatten sehnsüchtig auf das Ergebnis dieser Studie gewartet, das ihre Bedenken bestätigen sollte - vergeblich. Denn Christopher Wild, Direktor der Internationalen Behörde für Krebsforschung (IARC), erklärt: "Die Ergebnisse erlauben wirklich nicht den Schluss, dass von der Handy-Nutzung ein Risiko ausgeht."
Jahrelang hatte man die Daten von 13.000 Handy-Nutzern aus aller Welt gesammelt: 6000 Patienten mit Hirntumoren, 7000 gesunde Menschen. Allein in Deutschland wurden 800 erkrankte und doppelt so viele gesunde Menschen interviewt - und das, ohne eine klare Antwort auf die Frage geben zu können: Erhöhen Handys tatsächlich das Risiko einer Hirnkrebserkrankung?
Bedeutende Unterschiede im Gebrauch von Handys
Doch woran liegt es, dass die Studie keine genauen Angaben zu der möglichen Gefahr geben kann, die das Handy für uns bedeuten könnte?
Die Ursache liegt vermutlich im Zeitraum der Studie. Bereits im Jahr 2000 hatte man begonnen, das Strahlungsrisiko von Handys zu untersuchen: Zu diesem Zeitpunkt war das Maß an Handy-Nutzung allerdings weitaus geringer als heutzutage. Mittler-
weile nutzen allein die Jugendlichen ihr Handy zusammengerechnet mindestens eine Stunde am Tag. Dabei ist jedoch zu beachten, dass zum Einen die Strahlungs-
intensität der neuen Geräte bedeutend zurückgegangen ist - und zum Anderen, dass die Kommunikation zunehmend über SMS anstelle von Telefonaten erfolgt.
Auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Studienteilnehmer stets im Nachhinein nach ihren Telefongewohnheiten befragt wurden, ist die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses zweifelhaft: Die Teilnehmer könnten sich schließlich geirrt haben.
"Wir können nichts ausschließen!"
Nichtsdestotrotz gab es Hinweise, die darauf schließen lassen, dass Handy-Nutzer sogar ein geringeres Hirnkrebs-Risiko aufweisen als diejenigen, die nie eines benutzen. Aber: Für eine Entwarnung sei es trotzdem zu früh. "Es wäre voreilig zu sagen, dass mit der Handy-Nutzung kein Risiko verbunden ist", betont Wild.
"Wir können nicht einfach ausschließen, dass es keine Auswirkungen gibt", ergänzt die Forschungsleiterin Elisabeth Cardis laut der Süddeutschen.
Europäische Wissenschaftler sind bereits mit einer neuen Studie beschäftigt, welche die Handy-Gewohnheiten von mindestens einer viertel Million Menschen erforscht - und schließlich ein genaueres, glaubhafteres Ergebnis liefern soll.
(nm)
Zehn Jahre hatte man geforscht. Nun, wo das Ergebnis feststeht, fragt man sich: Warum eigentlich? Wie eine neue Studie verlauten lässt, stellen Handys kein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen dar - wenn man der Studie glauben darf. Doch das stellt selbst die Forschungsleiterin in Frage.
Die große Interphone-Studie untersuchte Handys im Bezug auf ihr Strahlenrisiko.
Zahllose Handy-Firmen und jene, die Handys für gesundheitsgefährdend halten, hatten sehnsüchtig auf das Ergebnis dieser Studie gewartet, das ihre Bedenken bestätigen sollte - vergeblich. Denn Christopher Wild, Direktor der Internationalen Behörde für Krebsforschung (IARC), erklärt: "Die Ergebnisse erlauben wirklich nicht den Schluss, dass von der Handy-Nutzung ein Risiko ausgeht."
Jahrelang hatte man die Daten von 13.000 Handy-Nutzern aus aller Welt gesammelt: 6000 Patienten mit Hirntumoren, 7000 gesunde Menschen. Allein in Deutschland wurden 800 erkrankte und doppelt so viele gesunde Menschen interviewt - und das, ohne eine klare Antwort auf die Frage geben zu können: Erhöhen Handys tatsächlich das Risiko einer Hirnkrebserkrankung?
Bedeutende Unterschiede im Gebrauch von Handys
Doch woran liegt es, dass die Studie keine genauen Angaben zu der möglichen Gefahr geben kann, die das Handy für uns bedeuten könnte?
Die Ursache liegt vermutlich im Zeitraum der Studie. Bereits im Jahr 2000 hatte man begonnen, das Strahlungsrisiko von Handys zu untersuchen: Zu diesem Zeitpunkt war das Maß an Handy-Nutzung allerdings weitaus geringer als heutzutage. Mittler-
weile nutzen allein die Jugendlichen ihr Handy zusammengerechnet mindestens eine Stunde am Tag. Dabei ist jedoch zu beachten, dass zum Einen die Strahlungs-
intensität der neuen Geräte bedeutend zurückgegangen ist - und zum Anderen, dass die Kommunikation zunehmend über SMS anstelle von Telefonaten erfolgt.
Auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Studienteilnehmer stets im Nachhinein nach ihren Telefongewohnheiten befragt wurden, ist die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses zweifelhaft: Die Teilnehmer könnten sich schließlich geirrt haben.
"Wir können nichts ausschließen!"
Nichtsdestotrotz gab es Hinweise, die darauf schließen lassen, dass Handy-Nutzer sogar ein geringeres Hirnkrebs-Risiko aufweisen als diejenigen, die nie eines benutzen. Aber: Für eine Entwarnung sei es trotzdem zu früh. "Es wäre voreilig zu sagen, dass mit der Handy-Nutzung kein Risiko verbunden ist", betont Wild.
"Wir können nicht einfach ausschließen, dass es keine Auswirkungen gibt", ergänzt die Forschungsleiterin Elisabeth Cardis laut der Süddeutschen.
Europäische Wissenschaftler sind bereits mit einer neuen Studie beschäftigt, welche die Handy-Gewohnheiten von mindestens einer viertel Million Menschen erforscht - und schließlich ein genaueres, glaubhafteres Ergebnis liefern soll.
(nm)
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