Der Tanz der Moleküle
City- & Szenenews
23.06.2010
Die Amerikaner nutzen Terahertz-Scanner zur Terrorismus-Vorbeugung an Flughäfen - in Rostock haben die Forscher vom Institut für Chemie der Universität Rostock ganz andere Interessen. Sie wollen die "Fingerabdrücke" von chemischen Verbindungen gewinnen.
Die Amerikaner nutzen Terahertz-Scanner zur Terrorismus-Vorbeugung an Flughäfen - in Rostock haben die Forscher vom Institut für Chemie der Universität Rostock ganz andere Interessen. Mit dem erst kürzlich angeschafften Terahertz-Spektroskop »TPS spectra 3000" wollen die Wissenschaftler »Fingerabdrücke" von chemischen Verbindungen gewinnen.
Professor Ralf Ludwig von der Physikalischen Chemie nennt die Neuanschaffung seines Instituts daher auch »Nacktscanner für Moleküle". So können die Rostocker Chemiker messen, wie die Teilchen miteinander schwingen und wechselwirken. »Wir wollen die Moleküle tanzen sehen", sagt Ludwig. Möglich macht dies das Spektrum im Terahertz-Bereich, der für Wissenschaftler bislang eine Art »schwarzes Loch" bei der Schwingungsmessung war und von den Forschern bis zur Entwicklung dieser Geräte unbemerkt blieb.
Verborgener Frequenzbereich
Zwischen dem Frequenzbereich von Mikrowellen und Infrarot-Strahlung ist die so genannte »Terahertz-Lücke" zwischen 40 Gigahertz und vier Terahertz im elektromagnetischen Spektrum. Erzeugt und nachgewiesen wird die Strahlung mit Halbleiterantennen. »Da findet der Tanz der Moleküle statt", sagt Ludwig. Der Frequenzbereich wäre den Forschern bisher nicht zugänglich gewesen, erläutert er.
Mit dem neuen Gerät können die Chemiker nun endlich in diesem Spektralbereich Messungen vornehmen. Doch Ludwig und sein Team wollen das Gerät nicht nur für eigene Zwecke nutzen. »Der Nacktscanner für Moleküle soll auch in gemeinsamen Projekten aus Biologie, Physik und Medizin eingesetzt werden.
300.000 Euro für den "Nacktscanner für Moleküle"
Grundlagenforschung und Anwendungsgebiete passen ausgezeichnet zu Forschungsthemen des Departments ,Life, Light and Matter' der Interdisziplinären Fakultät", so Ludwig. Vertrieben wird das Gerät von einer Firma in Cambridge, Großbritannien. Etwa 300.000 Euro mussten dafür aufgebracht werden. Finanziert wurde das Forschungsvorhaben der Uni durch das Konjunkturpaket. »Jetzt wollen wir mit unseren Erkenntnissen dem Steuerzahler etwas zurückgeben", verspricht Ludwig.
Mit dem Molekül-Nacktscanner können die Rostocker nun sogenannte »Fingerabdrücke" von bestimmten Stoffen in einem Spektrogramm darstellen. Daran können die Profis sofort die Zusammensetzung der chemischen Verbindungen erkennen. Dazu ist ein Puls von der kurzen Zeitdauer von 90 Femtosekunden notwendig. Das entspricht 0,000 000 000 000 090 Sekunden. Das etwa Standkopierer große Gerät kann Stoffe in Temperaturen von minus 200 bis plus 200 Grad Celsius untersuchen.
»Die Strahlung durchdringt beispielsweise Kleidungsstücke und kann andere Bereiche wie Metall weniger gut durchleuchten", erklärt der Chemiker. Das macht sich eben am Flughafen gut. Waffen sind bei Terahertz-Scannungen sofort sichtbar. Die Methode ist völlig sicher. »Sie ist nicht invasiv und störungsfrei", sagt Ludwig. Daher eigne sie sich besonders für Biologen und Mediziner. Proben von wenigen Milligramm reichen aus und Zusatzstoffe sind nicht notwendig.
Matthias Bannert
Mehr spannende Themen aus dem Bereich Wissenschaft findest du auf:
Die Amerikaner nutzen Terahertz-Scanner zur Terrorismus-Vorbeugung an Flughäfen - in Rostock haben die Forscher vom Institut für Chemie der Universität Rostock ganz andere Interessen. Sie wollen die "Fingerabdrücke" von chemischen Verbindungen gewinnen.
Die Amerikaner nutzen Terahertz-Scanner zur Terrorismus-Vorbeugung an Flughäfen - in Rostock haben die Forscher vom Institut für Chemie der Universität Rostock ganz andere Interessen. Mit dem erst kürzlich angeschafften Terahertz-Spektroskop »TPS spectra 3000" wollen die Wissenschaftler »Fingerabdrücke" von chemischen Verbindungen gewinnen.
Professor Ralf Ludwig von der Physikalischen Chemie nennt die Neuanschaffung seines Instituts daher auch »Nacktscanner für Moleküle". So können die Rostocker Chemiker messen, wie die Teilchen miteinander schwingen und wechselwirken. »Wir wollen die Moleküle tanzen sehen", sagt Ludwig. Möglich macht dies das Spektrum im Terahertz-Bereich, der für Wissenschaftler bislang eine Art »schwarzes Loch" bei der Schwingungsmessung war und von den Forschern bis zur Entwicklung dieser Geräte unbemerkt blieb.
Verborgener Frequenzbereich
Zwischen dem Frequenzbereich von Mikrowellen und Infrarot-Strahlung ist die so genannte »Terahertz-Lücke" zwischen 40 Gigahertz und vier Terahertz im elektromagnetischen Spektrum. Erzeugt und nachgewiesen wird die Strahlung mit Halbleiterantennen. »Da findet der Tanz der Moleküle statt", sagt Ludwig. Der Frequenzbereich wäre den Forschern bisher nicht zugänglich gewesen, erläutert er.
Mit dem neuen Gerät können die Chemiker nun endlich in diesem Spektralbereich Messungen vornehmen. Doch Ludwig und sein Team wollen das Gerät nicht nur für eigene Zwecke nutzen. »Der Nacktscanner für Moleküle soll auch in gemeinsamen Projekten aus Biologie, Physik und Medizin eingesetzt werden.
300.000 Euro für den "Nacktscanner für Moleküle"
Grundlagenforschung und Anwendungsgebiete passen ausgezeichnet zu Forschungsthemen des Departments ,Life, Light and Matter' der Interdisziplinären Fakultät", so Ludwig. Vertrieben wird das Gerät von einer Firma in Cambridge, Großbritannien. Etwa 300.000 Euro mussten dafür aufgebracht werden. Finanziert wurde das Forschungsvorhaben der Uni durch das Konjunkturpaket. »Jetzt wollen wir mit unseren Erkenntnissen dem Steuerzahler etwas zurückgeben", verspricht Ludwig.
Mit dem Molekül-Nacktscanner können die Rostocker nun sogenannte »Fingerabdrücke" von bestimmten Stoffen in einem Spektrogramm darstellen. Daran können die Profis sofort die Zusammensetzung der chemischen Verbindungen erkennen. Dazu ist ein Puls von der kurzen Zeitdauer von 90 Femtosekunden notwendig. Das entspricht 0,000 000 000 000 090 Sekunden. Das etwa Standkopierer große Gerät kann Stoffe in Temperaturen von minus 200 bis plus 200 Grad Celsius untersuchen.
»Die Strahlung durchdringt beispielsweise Kleidungsstücke und kann andere Bereiche wie Metall weniger gut durchleuchten", erklärt der Chemiker. Das macht sich eben am Flughafen gut. Waffen sind bei Terahertz-Scannungen sofort sichtbar. Die Methode ist völlig sicher. »Sie ist nicht invasiv und störungsfrei", sagt Ludwig. Daher eigne sie sich besonders für Biologen und Mediziner. Proben von wenigen Milligramm reichen aus und Zusatzstoffe sind nicht notwendig.
Matthias Bannert
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24.06.2010 00:24
Gast
Ja sicher, warum auch nicht EUR 300.000 um rund 80.000.000 Fluggäste jedes Jahr auf deutschen Flughäfen zu durchläuchten ist doch ne gute Quote... okay, vielleicht kommen noch mal nen paar Euros hinzu, aber sonst passt das doch, solange se genau sehen können, was hinter meiner aus Metall bestehenden Gürtelschnalle so verborgen ist... na vielen dank auch, für son Scheiß werden Forschungsgelder verschleudert... der Bürger wird ja noch nicht genug durch die: "Wir werden alle sterben!" Nachrichten verunsichert.
da hat aber einer nicht richtig gelesen.... 300.000€ sind in das gerät sehr gut angelegt...und nen witz zu der summer die tatsächlich "verschleudert" wird!

24.06.2010 13:10
Gast
Mein Kommentar bezog sich mehr oder minder darauf, dass wir Forschungsgelder dafür verschleudern um Nacktscanner "effizienter" zu machen...
Die Forschungsgelder werden nicht für 'Nacktscanneroptimierung' ausgegeben, sondern für technische Entwicklung. Wie diese dann politisch missbraucht werden kann, steht auf einem anderen Blatt und ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Wem es nicht passt, dass die Dinger an Flughäfen aufgestellt werden, der kann seinen Unmut bei demokratischen Wahlen zum Ausdruck bringen oder sich an den Abgeordneten seines Wahlkreises wenden. Und ja: dazu muss man sich etwas mehr anstrengen, als einen haltlosen 'Unsere Steuergelder werden verschwendet'-Post formulieren...

26.06.2010 00:17
Gast
Das Wort Steuergelder hab ich in keinster Weise erwähnt, sondern lediglich auf die Verschwendung von Forschungsgelder aufmerksam gemacht, aber den Unterschied zwischen Beiden jetzt zu erläutern, würde sicher den ein oder anderen hier überfordern, deshalb spar ich mir das mal vorsichtshalber...
Und @Stephan C.: Meine politische Aktivität kannst du doch gar nicht beurteilen und als Moderator so ein pauschalisiertes Statement von sich zu geben finde ich sehr gewagt... weil es doch irgendwo zu Vorurteilen führt...
Aber jedem das Seine.
Und @Stephan C.: Meine politische Aktivität kannst du doch gar nicht beurteilen und als Moderator so ein pauschalisiertes Statement von sich zu geben finde ich sehr gewagt... weil es doch irgendwo zu Vorurteilen führt...
Aber jedem das Seine.

26.06.2010 19:49
Gast
Woher glaubst Du denn kommen denn diese Forschungsgelder?
Ich will mal ein paar Möglichkeiten auflisten. Welch davon deines Erachtens richtig ist überlasse ich Dir.
1. Eine Sammelbüchse wird durch das Parlament gerreicht und jeder Abgeordnete darf mal ein paar Mark reinwerfen
2. Einige Großunternehmen unterstützen die Forscher mit Geldern damit diese Unternehmen letzten Endes einen wirtschaftlichen Vorteil daraus ziehen.
3. Der Staat fördert diese Projekte mit Forschungsgeldern. Wenn Antwort 1 nicht zutreffen sollte dann wird dieses Geld wohl aus der Staatskasse genommen, die -oh Wunder- mit Steuergeldern gefüllt werden.
Stephan hat meines Erachtens auch nichts pauschalisiert. Denn in der Regel ist es so, das fast alle die rum jammern noch nicht einmal wissen wie ein Wahllokal von innen aussieht. Das sind zumindestens meine Beobachtungen jenseits des Internets.
Und da fängt politische Aktivität schon an. Stephan hat aber schon 3 Ebenen weiter gedacht und diese Option nur dargelegt.
Ich will mal ein paar Möglichkeiten auflisten. Welch davon deines Erachtens richtig ist überlasse ich Dir.
1. Eine Sammelbüchse wird durch das Parlament gerreicht und jeder Abgeordnete darf mal ein paar Mark reinwerfen
2. Einige Großunternehmen unterstützen die Forscher mit Geldern damit diese Unternehmen letzten Endes einen wirtschaftlichen Vorteil daraus ziehen.
3. Der Staat fördert diese Projekte mit Forschungsgeldern. Wenn Antwort 1 nicht zutreffen sollte dann wird dieses Geld wohl aus der Staatskasse genommen, die -oh Wunder- mit Steuergeldern gefüllt werden.
Stephan hat meines Erachtens auch nichts pauschalisiert. Denn in der Regel ist es so, das fast alle die rum jammern noch nicht einmal wissen wie ein Wahllokal von innen aussieht. Das sind zumindestens meine Beobachtungen jenseits des Internets.
Und da fängt politische Aktivität schon an. Stephan hat aber schon 3 Ebenen weiter gedacht und diese Option nur dargelegt.

28.06.2010 10:01
Gast
Hmm aber nen bisschen Widersprüchlich ist das alles schon: Stephan hat meines Erachtens auch nichts pauschalisiert. und im zweiten Atemzug: Denn in der Regel ist es so, das fast alle die rum jammern noch nicht einmal wissen wie ein Wahllokal von innen aussieht. Das sind zumindestens meine Beobachtungen jenseits des Internets. Sowas finde ich genauso grauenhaft, wie das alle Polen Autos klauen...

28.06.2010 12:23
Gast
Wenn von den verschwendeten Mitteln aus dem Konjunkturpaket ein wenig in unserem Bundesland hängen bleibt ist das erstmal kein zwingender Grund zu Jammern. Wenn es dem so beschenkten Forschungsleiter der Uni Rostock Hr, Prof. Ludwig jedoch gelänge, mit Hilfe dieses "Fotokopierers" grundlegenderes als die Farbe des Höschens seiner Sekretärin zu erforschen, gäbe es zwar immer noch Autodiebe aus Polen, die Forschungsmittel, die nun gar nix mit der Wahl des Bundespräsidenten zu tun hat, wären dann aber weniger verschwendet.
Ich habe fertig
Ray
Ich habe fertig
Ray

28.06.2010 14:44
Gast
Und damit wäre immer noch nichts personalisiert. Es ist nur eine Darstellung von Tatsachen.
Das hier ist eine pauschale Aussage
mit Hilfe dieses "Fotokopierers" grundlegenderes als die Farbe des Höschens seiner Sekretärin zu erforschen
Was bitte schön sind denn schon 300.000 Euro für ein Bundesland? Das ist nix. Für eine Einzelperson viel.... für ein Bundesland allerdings rein gar nix.
Wenn sich allerdings, das aus Forschungsgelder geförderte Projekt, zu einem Kassenschlager an den Flughäfen der Welt entwickelt, kommen die 300.000Euro schon wieder durch die Steuern, u.U. entstehen neue Arbeitsplätze usw. usw.
Denkt doch nicht immer nur an euch. Und auch nicht nur an heute. Ihr müsst gewisse Sachen auch mal im Gemeinwohl und langfristig betrachten.
Es gibt im Bundeshaushalt nun mal Töpfe die gefüllt sind mit Geld. Wird dieser Topf nicht aufgebraucht geht das Geld woanders hin. Ist das zwangsläufig gut?
Angenommen ein Forscher hat eine grandiose Idee. Er benötigt dafür aber Geld um dies zu genauer zu erforschen. Aber keiner in diesem Land gibt ihn Geld und der Staat sowieso nicht weil der Topf für Forschung leer ist.
Ich an seiner Stelle würde mich dann ans Ausland wenden. Dort bekomme ich mein Geld, entwickel etwas Tolles und das jeweilige Land verdient jetzt auf Jahrzehnte mit.
Was habe ich als Bürger von MV davon. Die fehlenden 300.000 Euro für die Forschungsgelder wurden auf die Bürger in MV aufgeteilt.... macht dann 0,17 Euro/MV-Kopf. Es ist kein neuer Arbeitsplatz entstanden, kein neues Unternehmen, keine Einnahmequellen durch Steuer von diesem Unternehmen.
Kein Arbeitsplatz heißt auch..... der Bäcker, der Friseur, die Werkstatt, der Döner-Mann, der Supermarkt, das Solarium und und und.... erhalten letztendlich auch weniger Geld dadurch weil weniger Arbeitsplätze entstanden sind. Und auch hier gibt es weniger Steuern für den Staat.
Also.... lasst die Leute ruhig mit diesen Peanuts forschen. Langfristig gesehen kommt uns dies zugute.
Das hier ist eine pauschale Aussage
mit Hilfe dieses "Fotokopierers" grundlegenderes als die Farbe des Höschens seiner Sekretärin zu erforschen
Was bitte schön sind denn schon 300.000 Euro für ein Bundesland? Das ist nix. Für eine Einzelperson viel.... für ein Bundesland allerdings rein gar nix.
Wenn sich allerdings, das aus Forschungsgelder geförderte Projekt, zu einem Kassenschlager an den Flughäfen der Welt entwickelt, kommen die 300.000Euro schon wieder durch die Steuern, u.U. entstehen neue Arbeitsplätze usw. usw.
Denkt doch nicht immer nur an euch. Und auch nicht nur an heute. Ihr müsst gewisse Sachen auch mal im Gemeinwohl und langfristig betrachten.
Es gibt im Bundeshaushalt nun mal Töpfe die gefüllt sind mit Geld. Wird dieser Topf nicht aufgebraucht geht das Geld woanders hin. Ist das zwangsläufig gut?
Angenommen ein Forscher hat eine grandiose Idee. Er benötigt dafür aber Geld um dies zu genauer zu erforschen. Aber keiner in diesem Land gibt ihn Geld und der Staat sowieso nicht weil der Topf für Forschung leer ist.
Ich an seiner Stelle würde mich dann ans Ausland wenden. Dort bekomme ich mein Geld, entwickel etwas Tolles und das jeweilige Land verdient jetzt auf Jahrzehnte mit.
Was habe ich als Bürger von MV davon. Die fehlenden 300.000 Euro für die Forschungsgelder wurden auf die Bürger in MV aufgeteilt.... macht dann 0,17 Euro/MV-Kopf. Es ist kein neuer Arbeitsplatz entstanden, kein neues Unternehmen, keine Einnahmequellen durch Steuer von diesem Unternehmen.
Kein Arbeitsplatz heißt auch..... der Bäcker, der Friseur, die Werkstatt, der Döner-Mann, der Supermarkt, das Solarium und und und.... erhalten letztendlich auch weniger Geld dadurch weil weniger Arbeitsplätze entstanden sind. Und auch hier gibt es weniger Steuern für den Staat.
Also.... lasst die Leute ruhig mit diesen Peanuts forschen. Langfristig gesehen kommt uns dies zugute.

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