Pimperäffchen erklärt euch die Welt
Kolumne
21.06.2008
Heute: Menschliches Paarungsverhalten im Internet.
Das Paarungsverhalten intelligenter Primaten ist ein unvergleichliches Naturschauspiel.
Man sollte meinen, dass sich nach jahrtausendelanger Entwicklung, in Fachkreisen auch Evolution genannt, so einiges getan hat.
Fehlanzeige!
Das Männchen sieht sich genetisch dazu gezwungen, seine Erbmaterialien in der weiten Welt zu verstreuen und mit möglichst vielen Weibchen den Geschlechtsakt zu vollziehen.
Und da dies meist gar nicht so einfach und oft auch mit einigem Zeitaufwand verbunden ist (besser bekannt als Kennenlernphase), haben sich ein paar ganz besonders schlaue Primaten eine kleine Hilfestellung ausgedacht – das World Wide Web, auch Internet genannt.
Auf dieser virtuellen Spielwiese sind es zumeist die Männchen, welche durch Balzrituale versuchen, die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen. Hierbei hat es das weibliche Exemplar der Gattung Homo Sapiens zumeist mit sogenannten Lack- oder Brüllaffen zu tun.
Die männlichen Primaten tragen heute oftmals keine Keule mehr mit sich herum. Stattdessen müssen andere Statussymbole herhalten – wie zum Beispiel Goldkettchen, 3er BMW oder Waschbrettbauch.
Die virtuelle Fleischtheke hat rund um die Uhr geöffnet, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Eine schier unbegrenzte Auswahl an mehr oder weniger paarungswilligen Weibchen eröffnet sich dem triebgesteuerten Männchen.
Besonderer Beliebtheit erfreuen sich hierbei sogenannte Singlebörsen, Chatportale und Communities. Hier wimmelt es von Alphamännchen und Superhelden, welche ungehemmt ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, dem Jagen und Sammeln weiblicher Trophäen.
Doch wie stellt Mann es am besten an, um zum Stich bzw. zum Schuss zu kommen?
Als besonders vorteilhaft erweisen sich ein paar Hochglanzfotos, bevorzugt textilarm. Kombiniert wird das Ganze mit einem Sammelsurium an interessanten Hobbys, Vorlieben und Charaktereigenschaften.
„Faule Äpfel“ und „treulose Tomaten“ ernten nur Abfall.
Wer allerdings geschickt mit zweideutigen Wortspielen umgehen kann und die hohe Kunst der perfekten Selbstdarstellung beherrscht, ist klar im Vorteil, wer lesen kann im Übrigen auch.
Mehr oder weniger ausgeklügelte Anmachsprüche von sogenannten Abziehbildmännchen sind an der Tagesordnung – Quantität statt Qualität ist die oberste Devise.
Nun sollte man aber nicht denken, dass den Weibchen die Opferrolle zufällt.
Sie verstehen es ebenfalls meisterhaft, ihre jeweiligen Vorzüge gekonnt in Szene zu setzen um sich als Traumfrauen zu präsentieren. Da wird das Arschgeweih in die Kamera gehalten, der Busen hochgeschnallt und der Schlafzimmerblick aufgesetzt.
Schließlich bestimmt das paarungswillige Weibchen, welches Männchen eventuell als Deckhengst taugt und zur Zucht zugelassen wird. Oftmals entpuppen sich potenzielle Sexualpartner schnell als emotionale Flachwichser. In den seltensten Fällen verwandelt sich ein geküsster Frosch in den ultimativen Märchenprinz.
Zwischen kurzweiligen Fickbeziehungen und der großen Liebe gibt es viele Graustufen und virtuelles Sozialverhalten lebt von diesen. Gebrochene Herzen und zerbrochene Träume sind an der Tagesordnung. Chatportale und Singlebörsen sind wie ein Freifahrtschein zum Randalieren und Sichaustoben.
Fast alles ist erlaubt.
Ernst zu nehmende Konsequenzen ergeben sich selten und im Notfall schaltet man den Rechner einfach aus und nimmt Abstand von der virtuellen Spielwiese.
So nimmt die Primatenstudie ihren Lauf, und aufgrund der großen Vielfalt ist selten Langeweile angesagt – Suchtgefahr inklusive.
Hoch lebe der Spieltrieb!
In diesem Sinne:
Peace out and Rock on!
Euer Pimperäffchen
Heute: Menschliches Paarungsverhalten im Internet.
Das Paarungsverhalten intelligenter Primaten ist ein unvergleichliches Naturschauspiel.
Man sollte meinen, dass sich nach jahrtausendelanger Entwicklung, in Fachkreisen auch Evolution genannt, so einiges getan hat.
Fehlanzeige!
Das Männchen sieht sich genetisch dazu gezwungen, seine Erbmaterialien in der weiten Welt zu verstreuen und mit möglichst vielen Weibchen den Geschlechtsakt zu vollziehen.
Und da dies meist gar nicht so einfach und oft auch mit einigem Zeitaufwand verbunden ist (besser bekannt als Kennenlernphase), haben sich ein paar ganz besonders schlaue Primaten eine kleine Hilfestellung ausgedacht – das World Wide Web, auch Internet genannt.
Auf dieser virtuellen Spielwiese sind es zumeist die Männchen, welche durch Balzrituale versuchen, die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen. Hierbei hat es das weibliche Exemplar der Gattung Homo Sapiens zumeist mit sogenannten Lack- oder Brüllaffen zu tun.
Die männlichen Primaten tragen heute oftmals keine Keule mehr mit sich herum. Stattdessen müssen andere Statussymbole herhalten – wie zum Beispiel Goldkettchen, 3er BMW oder Waschbrettbauch.
Die virtuelle Fleischtheke hat rund um die Uhr geöffnet, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Eine schier unbegrenzte Auswahl an mehr oder weniger paarungswilligen Weibchen eröffnet sich dem triebgesteuerten Männchen.
Besonderer Beliebtheit erfreuen sich hierbei sogenannte Singlebörsen, Chatportale und Communities. Hier wimmelt es von Alphamännchen und Superhelden, welche ungehemmt ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, dem Jagen und Sammeln weiblicher Trophäen.
Doch wie stellt Mann es am besten an, um zum Stich bzw. zum Schuss zu kommen?
Als besonders vorteilhaft erweisen sich ein paar Hochglanzfotos, bevorzugt textilarm. Kombiniert wird das Ganze mit einem Sammelsurium an interessanten Hobbys, Vorlieben und Charaktereigenschaften.
„Faule Äpfel“ und „treulose Tomaten“ ernten nur Abfall.
Wer allerdings geschickt mit zweideutigen Wortspielen umgehen kann und die hohe Kunst der perfekten Selbstdarstellung beherrscht, ist klar im Vorteil, wer lesen kann im Übrigen auch.
Mehr oder weniger ausgeklügelte Anmachsprüche von sogenannten Abziehbildmännchen sind an der Tagesordnung – Quantität statt Qualität ist die oberste Devise.
Nun sollte man aber nicht denken, dass den Weibchen die Opferrolle zufällt.
Sie verstehen es ebenfalls meisterhaft, ihre jeweiligen Vorzüge gekonnt in Szene zu setzen um sich als Traumfrauen zu präsentieren. Da wird das Arschgeweih in die Kamera gehalten, der Busen hochgeschnallt und der Schlafzimmerblick aufgesetzt.
Schließlich bestimmt das paarungswillige Weibchen, welches Männchen eventuell als Deckhengst taugt und zur Zucht zugelassen wird. Oftmals entpuppen sich potenzielle Sexualpartner schnell als emotionale Flachwichser. In den seltensten Fällen verwandelt sich ein geküsster Frosch in den ultimativen Märchenprinz.
Zwischen kurzweiligen Fickbeziehungen und der großen Liebe gibt es viele Graustufen und virtuelles Sozialverhalten lebt von diesen. Gebrochene Herzen und zerbrochene Träume sind an der Tagesordnung. Chatportale und Singlebörsen sind wie ein Freifahrtschein zum Randalieren und Sichaustoben.
Fast alles ist erlaubt.
Ernst zu nehmende Konsequenzen ergeben sich selten und im Notfall schaltet man den Rechner einfach aus und nimmt Abstand von der virtuellen Spielwiese.
So nimmt die Primatenstudie ihren Lauf, und aufgrund der großen Vielfalt ist selten Langeweile angesagt – Suchtgefahr inklusive.
Hoch lebe der Spieltrieb!
In diesem Sinne:
Peace out and Rock on!
Euer Pimperäffchen
weitere Nachrichten aus der Kategorie Kolumne:
Der Nordosten hat gewählt. Auch der Osten im Nordosten. Ganz im Osten, sozusagen. Fast schon dort, wo die Sonne aufgeht.
» mehr lesen
11 Kommentare
Erziehung ist keine leichte Sache. Das gilt für den richtigen Umgang mit Hunden wie auch für die Kindererziehung. Können Eltern von Hundetrainern lernen?
» mehr lesen
Der größte Tank kann einen nicht davor bewahren: Manchmal muss man auf der Autobahn einfach eine Zwischenstation einlegen. Eben weil man mal muss. Und schon ist man in den Händen der Abzocker!
» mehr lesen






